Aktuell – Open Call

stay hungry open call Berlin Art

 

Open Call: Capturing Spaces- Views on the In-Between
*english version below
 

Der Projektraum stay hungry schreibt einen Open Call für die experimentelle und interdisziplinäre Ausstellungsreihe Capturing Spaces – Views on the In-Between aus. Das Projekt setzt sich aus einer Reihe von fünf einzelnen und jeweils eintägigen, ephemeren Interventionen im öffentlichen Raum Berlins zusammen, die im wöchentlichen Rhythmus ab Ende Juni bis Juli 2018 stattfinden sollen.

Das Ausstellungsprojekt wird mit der ersten Intervention am 30.06.2018 beginnen. Die vier weiteren Interventionen werden im Juli 2018 an unterschiedlichen Orten in Berlin jeweils samstags stattfinden (07.07., 14.07., 21.07.& 28.07.2018).

Ausgangspunkt für Capturing Spaces – Views on the In-Between sind ganz alltägliche Orte der urbanen und öffentlich zugänglichen Architektur einer Stadt. Im besonderen setzt sich das Projekt mit Orten auseinander, die zum Sitzen, Verweilen, Warten, Ausruhen oder auch Kommunizieren gedacht sind. Hierbei bilden Sitzgelegenheiten wie Bänke, Wartehäuschen, Treppenstufen etc. die Grundlage der kuratorischen Idee, die die künstlerische und soziologische Erforschung und Untersuchung des Stadtraums anhand öffentlicher Sitzmöbel und -gelegenheiten zum Thema hat. 

Bänke und Sitzgelegenheiten werden kulturübergreifend als Angebote im öffentlichen Raum wahrgenommen. Dabei gibt es verschiedene Typen und Arten des Benutzens jener Sitzgelegenheiten, die vom schlichten Ausruhen, bis hin zu längerfristigem Verweilen oder auch zu kommunikativen Zwecken reichen können. In diesem Spannungsfeld sind verschiedene Strategien einer subjektiven Aneignung eines öffentlichen oder halböffentlichen Ortes festzustellen, die durch ästhetische, soziale und ökonomische Faktoren beeinflusst werden.

Im Zusammenhang mit dem Projekt sind besonders Orte mit Sitzgelegenheiten interessant, die in der alltäglichen Wahrnehmung keine besondere Rolle spielen und dadurch zumeist auch nicht sonderlich gepflegt und beachtet werden. Diese Zwischenräume werden erst durch deren Akteur_innen und Benutzer_innen, seien es Ortsansässige oder ortsfremde Passant_innen, und der sozialen Interaktion zum Leben erweckt und mit Sinnhaftigkeit erfüllt. Das Zusammenspiel aus sozialen Gütern, der Aura eines Ortes und den darin agierenden Menschen und deren sich immer wieder ändernde Anordnung definiert einen sozialen und physischen Raum, der durch bewusste und unterbewusste Wahrnehmungs- und Aneignungsprozesse konstituiert wird.

Das Projekt Capturing Spaces – Views on the In-Between möchte die situative Auseinandersetzung und temporäre Aneignung von Sitzsituationen an öffentlichen Orten durch die beteiligten Künstler_innen und Akteure_innen in Verbindung mit der hiesigen sozialen Umgebung thematisieren. Dabei können die ausgewählten Sitzgelegenheiten und Bänke als eine Art Bühne, Sockel oder Display der präsentierten Arbeiten und Aktionen verstanden werden und bilden als immer wiederkehrende Grundlage den formalen Zusammenhang zwischen den einzelnen Interventionen.

Die Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Thematik des Sitzens und den kommunikativen Perspektiven im öffentlichen Raum können durch verschiedene, offene Formate bearbeitet werden. So können sich die jeweiligen Beiträge zwischen installativen, bildhauerischen oder malerischen Positionen bewegen, als auch performative und situative Ansätze verfolgen, genauso wie Blickwinkel aus musikalischer, philosophischer oder wissenschaftlicher Annäherung an den jeweiligen Ort möglich sind. Eine aktive Wahrnehmung von banalen, alltäglichen Orten der Stadtarchitektur soll durch dieses Projekt gefördert und geschärft werden und Potentiale einer räumlich-sozialen Aneignung aufgedeckt und ermöglicht werden.

Durch die nicht planbare und durchaus gewünschte Interaktion mit Passant_innen oder durch unvorhergesehene Situationen können sich zudem neue, spannende Blickwinkel eröffnen.

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Es werden immer zwei unterschiedliche Positionen ausgewählt, die jeweils einen der fünf ausgewählten Orte im öffentlichen Raum in Berlin, an denen eine Situation einer Sitz- oder Verweilmöglichkeit vorhanden ist, mit ihren interventionistischen Arbeiten bespielen. Die beiden Positionen sollen ähnlich einer flüchtigen Begegnung zweier Menschen auf einer Parkbank in der Verschiedenartigkeit ihrer Formensprache zusammenkommen, um für eine Weile miteinander zu sprechen und nach dem Zusammentreffen wieder ihre eigenen Wege zu gehen.

Zum Abschluss des Projekts Capturing Spaces – Views on the In-Between wird im August ein öffentliches Mobile Menu (siehe Homepage für weitere Infos) im Kontext der beschriebenen Interventionsreihe der vorherigen Wochen an einem geeigneten Ort mit Sitzmöglichkeiten in Berlin stattfinden.

Die Ausstellungsbeiträge und die Entwicklung des Projekts werden in einem wöchentlichen Blog auf der stay hungry Homepage dokumentiert und für ein breites Publikum sichtbar gemacht.

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Bewerbung

Es wird spezifisch auf eine interdisziplinäre Ausrichtung des Projekts verwiesen, und es ist gewünscht, dass sich neben Künstler_innen auch Akteure_innen anderer Disziplinen wie Literatur, Film, Tanz, Musik, Schauspiel, Wissenschaft u.s.w. für das Projekt bewerben.

Teilnahme:
 
Bitte per Email folgende Unterlagen schicken an: info@stayhungry-projectspace.de
- einen formlosen Text der Konzept- oder Ideenbeschreibung für das Projekt, wenn möglich mit einer Visualisierung des Vorhabens ( max. 1-2 DIN A4 Seiten)
- CV
- Portfolio bisheriger Arbeiten - optional weiteres Material zur Anschauung (Webseitenlinks, Texte, Filme, u.s.w.)
 
Datenanhänge über 10MB bitte per WeTransfer an o.g. Email Adresse schicken.
 
Bitte beachtet, dass wir keine Haftung jeglicher Art vor, während oder nach der Ausstellung übernehmen können!
 
Teilnahmeschluss: 18.Mai 2018, 23:59 Uhr
 
Die ausgewählten Teilnehmer_innen werden bis zum 23.Mai 2018 per Email kontaktiert.
Am 26.Mai 2018 wird es zudem ein gemeinsames Treffen in Berlin geben, um sich kennenzulernen und das Vorgehen der Ausstellungsreihe zu besprechen. Eine gemeinsame Besichtigung der potentiellen Orte ist im Anschluss geplant.
Bei weiteren Fragen könnt ihr uns per Email kontaktieren.
stay hungry freut sich auf eure Bewerbung!
 
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Open Call: Capturing Spaces- Views on the In-Between english version

The project space stay hungry announces an open call for the experimental and interdisciplinary exhibition series Capturing Spaces – Views on the In-Between. The project is based on a series of five individual and one-day, ephemeral interventions in public space, which will be conducted on a weekly basis in Berlin from late June to July 2018.

The project will start with the first intervention on 30.06.2018. Four further interventions will take place on following Saturdays in Berlin in July 2018 (07.07., 14.07., 21.07., 2 8.07.2018).

Capturing Spaces – Views on the In-Between will be realized at everyday locations of urban and public architecture and focuses in particular on seating facilities such as benches, bus shelters, steps, etc.. The project wants to explore lost places that are intended for sitting, lingering, waiting, resting or even communicating by artistic and sociological research and investigation of urban space.

Benches and seating areas are conceived cross-culturally as offers in public space, that are used to take a rest from frantic urban lifestyle. Therein different types exist how seatings in public are used, ranging from e.g. socialising with others, long-term lingering or simply just taking a break.
In this field of tension you can observe different strategies of subjective appropriation of a public or semi-public spaces, that are influenced by aesthetic, social and economic factors.

In the context of Capturing Spaces – Sights on the In-Between the project will focus on public locations and seatings, that do not have a particular role in everyday perception and thereby might be run down and almost neglected.
These spaces in-between are only brought to life and obtain their usefulness through their actors and users, whether locals or nonlocal passers-by, and their social and situative interaction.
This
social and physical space is defined by the interplay of social goods, the aura of a place and the people acting in it with their repeatedly changing arrangement, that is constituted by conscious and unconscious perceptual and appropriation process. The project Capturing Spaces – Views on the In-Between invites artists and other kind of creative contributors to temporarily appropriate public seating opportunities to deal with and/or to include the social environment into their artistic process.

The chosen benches or seatings can be used as a stage, plinth or other kind of display to present works of art, performances and interventions. Within that frame of theme it is welcome that participants bring up several points of views and deal with it differently to enable multi-perspective views and a basis of discussion. Contributions can be of different kinds such as installation, performance, reading, sculpture, painting, philosophical or scientific approach, music, etc.. The project wants to sharpen the viewers active perception of daily, banal places within urban architecture and to show the potential of spatial and social appropriation.

Unpredictable interventions with passers-by can open new points of view and generate exciting situations.

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For each episode of the series two positions will be selected to interact with each other at one of the five given places in public space in Berlin. The two positions come together in a situation, that can be compared to a fleeting encounter of two people running into each other on a park bench, to talk briefly with each other with the diversity of their styling and to go again their own way after that meeting.

At the end of Capturing Spaces – Views on the In-Between a public Mobile Menu (see website for further information) will take place in August in the context of the intervention series of the previous weeks in a suitable location in Berlin.

The contributions and the development of the exhibition will be documented on a weekly blog on the stay hungry homepage.

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Application

stay hungry intends to create a project of interdisciplinary nature. In addition to visual artists also actors of other disciplines such as literature, film, dance, music, theatre, science, etc. are welcome to participate.

Please send an email to info@stayhungry-projectspace.de along with:

- an informal text of concept or idea description, if possible with a visualisation ( 1-2 DIN A4 page)

- CV
- Portfolio with previous works
- optionally additional materials (website links, texts, films, etc.)
 
Please send files over 10 MB via WeTransfer! For further questions you can contact us by above mentioned email.
 
Please take care: We assume no liability whatsoever before, during or after the event.
 
Deadline: 18th of May, 11:59pm
 
The selected participants will be informed by email until 23rd of May.
There will be a meeting with the chosen participants on the 26th of May to get know to each other and to talk about the process of the project. Following a short tour is planned to visit potential spots for the project.
 
stay hungry is looking forward to your application!